Mittwoch, 31. Juli 2013

Durch einen netten Zufall entdeckt: Melonen-Gurken-Salat

Das wohl schönste Kochbuch, das mir aus der Bibliothek je untergekommen ist, nennt sich die "Salatwerkstatt" von Claus Meyer (als ich den Apfel-Topinambur-Salat mit Roquefortdressing nachgemacht habe, schwärmte ich bereits davon). In dem Buch gibt es in der Rubrik "Sommerrezepte" auch eines für einen Melonen-Gurken-Salat mit Meerrettich und Dill. Da ich mir aus Wassermelonen nicht viel mache und Honigmelonen bisher auch wenig Beachtung geschenkt habe, hätte ich das besagte Rezept wohl nicht weiter beachtet - wäre mir da nicht direkt aus dem Buch ein kleiner Zettel in die Hände gefallen, auf welchem in schöner Handschrift fein säuberlich alle Hauptzutaten des Salates notiert waren. Wie ihr vielleicht bereits wisst, bin ich mit meiner Präferenz für auf Papier gedruckte Worte gegenüber Texten in elektronischer Form auf diesem Gebiet konservativ eingestellt (sonst hier nachzulesen). Tja, und was nun handgeschriebene Karten, Briefe, Notizen oder schlichtweg Worte auf Papier in jeglicher Form angeht, so lassen diese mein Herz ja regelrecht höher schlagen. Wenig verwunderlich, dass es nun diese persönliche Notiz war, die mich neugierig auf den Salat gemacht hat. Wir lassen mal außer Acht, dass sie nicht an mich persönlich gerichtet war, aber sie war liebevoll von Hand geschrieben. Jemand hatte also den Plan, diesen Salat zuzubereiten. Und vielleicht hat er ihn ja auch gemacht. Ich hoffe es jedenfalls für diese Person. Genauso wie ich hoffe, dass die im Buch vergessene Notiz sie nicht davon abgehalten hat ...

Das Zettelchen, welches ich monatelang aufgehoben habe (das Kochbuch hatte ich nämlich letzten Herbst aus der öffentlichen Bibliothek ausgeliehen), wollte ich eigentlich mitfotografieren für diesen Blogbeitrag. Aber seit einer Woche kann ich es nicht mehr finden ... na ja, (s)einen Zweck hat es immerhin erfüllt: ich bin in den Genuss eines neues Geschmackserlebnisses in Form eines wunderbar besonderen Salates gekommen. Das Rezept zeichnet sich in für den Autor gewohnter Manier durch fein aufeinander abgestimmte, saisonale Zutaten aus.


Zunächst war es aber an der Zeit, mich etwas über Melonen schlau zu machen, da in das Originalrezept zwei Galia-Melonen und eine Honigmelone kommen. Die Galia-Melone, die auch in Supermärkten am populärsten zu sein scheint, ist einfach zu identifizieren. Die Schale ist netzartig und gelb gefärbt und sie ist innen grün:

Galia-Melone

Der Begriff "Honigmelone" im Rezept lässt mehr Spielraum (zu der Gattung gehört die Galia-Melone doch auch, oder?). So habe ich mich entschieden, als zweite Melonensorte eine Cantaloupe zu nehmen. Passt auch farblich sehr schön. Die Schale der Cantaloupe ist etwas dunkler (beige) gefärbt, zudem ist sie von der Form her länglicher und innen orange:

Cantaloupe

Und nun zum Salatrezept: Neben den Melonen kommen noch Gurken dazu (in Verbindung mit Gurken ist bei mir ausnahmsweise auch Dill erlaubt). Und das Dressing wird aus Meerrettich, Gurkensaft, Zitronensaft etwas Öl und Zucker hergestellt. Unter folgendem Link ist das Rezept bereits mit der Hälfte der Menge aufgeschrieben, so wie ich es auch nachgemacht habe.


Claus Meyer empfiehlt zum Salat entweder Fisch (Dorsch) oder Hähnchen. Hier gab's den Salat zunächst pur, auch wenn Fisch und Weißwein in Verbindung mit dem Salat bereits auf dem Speiseplan stehen.

Montag, 29. Juli 2013

Neues Infofeld: die "Headline"

Auch wenn man als Blogger regelmässig Neues liefern sollte, bei mir gibt es parallel bereits zubereitete Speisen auch ein zweites oder drittes Mal. Und wenn die Tageszeit gerade passt und die Kamera zur Hand ist, dann aktualisiere ich auch mal die Bilder von einem bereits verbloggten Gericht (besonders um so manche fotografische Anfangssünde auszubügeln ;-)). Ich habe mir gedacht, dass ich für so einen Fall oben rechts auf meinem Blog ein kleines Feld anbringe, wo ich darauf hinweisen kann, wenn's ein neues Bildchen gibt. Zudem bietet mir das die Möglichkeit, auf für sehr lecker befundene, aber bereits verbloggte Gerichte, erneut aufmerksam zu machen. Und für die ein oder andere Küchenanschaffung werde ich die Funktion auch nutzen. Sprich für alles, worüber ich euch gern informieren möchte, ein neuer Blogpost aber etwas zu weit gegriffen wäre.

Die aktuelle Botschaft ist: Esst Jamie Oliver's Lemon Linguine! Ich liebe das Rezept. Die Pasta war die Tage noch besser, als ich sie in Erinnerung hatte. Sommer pur.


Das ist die Erneuerungsidee, die sich am schnellten hat umsetzen lassen. Gedanken zum Layout meines Blogs mache ich mir, genauso zur "Über mich"-Seite, aber die Erneuerung davon wird noch geraume Zeit brauchen ....

Samstag, 27. Juli 2013

Zum Salzen von Auberginen - allgemein und am Fallbeispiel "Parmigiana di melanzane"

Neulich habe ich einen Klassiker der italienischen Küche, "Parmigiana di melanzane", zubereitet. Einen Auflauf, bei dem Auberginen eine Hauptrolle spielen. Darauf meldete sich Sabine mit einem hilfreichen Kommentar zu Wort. Solche Tipps finde ich generell super, denn sollte meine Motivation zum Bloggen ein Mal nicht mehr so hoch wie im Moment sein, ich werde definitiv sagen können, dass ich dadurch eine Menge Ratschläge in Bezug auf Kochtechniken bekommen habe und meine bescheidenen Kochfähigkeiten erheblich verbessern konnte. Also erst mal Danke an Sabine und all die anderen erfahrenen Köche!

Nun zurück zu den Auberginen. Sabine machte zwei Anmerkungen: 

"Damit das Gericht noch ein wenig leichter wird, kannst Du die Auberginenscheiben ganz einfach nur im Backofen auf Backpapier backen. Vorher mit etwas Öl bepinseln, salzen, pfeffern, das wars. Und dieses Bitterstoffe entziehen stammt aus früheren Zeiten, zu denen es noch bittere Auberginen gab. Heute kannst Du Dir diesen Arbeitsgang einfach schenken."


1. Zum Backen der Auberginenscheiben anstatt dem Braten:
Scheint mir sinnvoll, Backen ist wirklich die fettärmere Methode, und das mache ich sonst auch mit Auberginen. Und der Ofen muss für den Auflauf ja sowieso an. Mein ursprüngliches Rezept ist bereits angepasst.

2. Die große Frage: Muss man Auberginen vorher salzen, damit die Bitterstoffe entzogen werden?
Seit von ein paar Jahren zwei "Köche meines Vertrauens" im Bekanntenkreis beim gemeinsamen Kochen die Auberginen gesalzen haben, damit ihnen die Bitterstoffe entzogen werden, habe ich diesen Arbeitsschritt automatisch übernommen und nicht mehr hinterfragt - bis zu Sabine's Kommentar. Nicht weil ich ihr nicht glaube, aber weil ich mir noch ein paar weitere Meinungen einholen wollte, habe ich den Aspekt im Hüttenhilfe-Forum thematisiert. Und die Antworten lassen sich in einem Satz zusammenfassen: Auberginen sind heutzutage in der Tat nicht mehr bitter, aber die Köche des Forums salzen ihre Auberginen, damit ihnen Wasser entzogen wird. Dadurch sollen sie sich nicht so mit Öl vollsaugen und weniger matschig sein. Zumindest wurde das in Bezug auf's Braten gesagt. Und gilt das beim Backen auch? Das wollte ich dann noch genau wissen und hab es in der Praxis getestet. Bei mir gab's nun die Probe auf's Exempel: Ich habe den besagten Auflauf erneut zubereitet, die Hälfte der Auberginenscheiben vorher gesalzen, die andere Hälfte nicht und dann alles zusammen gebacken. Ergebnis: Die vorher gesalzenen Auberginen wurde merklich Wasser entzogen, sie waren nach dem Backen eindeutig knuspriger und gar nicht matschig.Der Arbeitsschritt lohnt sich. (Bitter waren übrigens auch die Auberginen, die ich vorher nicht gesalzen habe, nicht ;-))

Dann wäre das Thema erst mal abgehakt und ich bin zufrieden. Danke nochmal an alle!

Donnerstag, 25. Juli 2013

Mein Quinoa-Jahr 2013: Juli-Rezept

Nach ein paar warmen Hauptgerichten, Frühstücksideen und Riegeln ist ein Salatrezept mit Quinoa längst überfällig. Nun ist es für das Juli-Rezept meines Projektes mit Quinoa aber soweit: Ich habe nämlich auf die Beerenzeit gewartet, damit der sommerliche Quinoa-Salat auch saisonal passend ist. Inspiriert hat mich dafür ein Salat, den ich während meines diesjährigen Englandaufenhaltes in der Food Abteilung bei Marks & Spencer mitgenommen und mit großem Genuss verzehrt habe. Die Zutatenliste habe ich mir im Anschluss von der Verpackung abgeschrieben und den Salat anhand meines Aufschriebes nun nachgebastelt.


In den Salat kommen neben dem Quinoa einige verschiedene Zutaten, angefangen bei frischem Obst und Gemüse, über Trockenfrüchte zu Nüssen und Hülsenfrüchten. Aus diesem Grund habe ich die Rezeptmenge auch auf 4 Portionen hochgerechnet, da es sich sonst kaum lohnt, alle Zutaten anzuschaffen. Aber meiner Grundregel für Salate entsprechend, kann man auch in diesem Fall die Zutaten Pi mal Daumen zusammenmischen, ohne Gefahr zu laufen, eine gewünschte Konsistenz völlig aus dem Gleichgewicht zu bringen (im Gegensatz zu einem fein ausgearbeiteten Kuchenrezept). Oder man lässt einfach die ein oder andere Zutat weg, wenn man sie gerade nicht da hat. Solange es nicht das Quinoa ist ;-) 



Sommerlicher Quinoa-Salat

für 4 Portionen 

für den Salat:
160 g Quinoa (ungekocht)
1 Mango
125 g Heidelbeeren
200 g Gurke
40 g Rucola
100 g Kichererbsen (bereits gekocht)
50 g Sprossen
50 g Rosinen
50 g getrocknete Cranberries
50 g Kürbiskerne

für das Dressing:
4 El Öl (bei mir Sesamöl)
4 EL Zitronensaft
2 EL Ahornsirup
2 TL Dijonsenf
Salz
Pfeffer

Die Quinoakörner wie hier beschrieben gar kochen.
Während dessen die Mango waschen, schälen und das Fruchtflesich in Würfel schneiden. Die Heidelbeeren waschen. Die Gurke waschen, nach belieben schälen und in Stücke schneiden. Den Rucola waschen. Die restlichen Zutaten abwiegen und alles in eine Schüssel geben. Das Quinoa nach dem Kochen abkühlen lassen und zu den anderen Zutaten geben.
Für das Dressing Öl, Zitronensaft, Ahornsirup und Dijonsenf gut verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und im Anschluss mit den restlichen Salatzutaten gut vermengen. Den Salat vor dem Servieren evtl. noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Sonntag, 21. Juli 2013

Pasta mit Ricotta und frischen Kräutern

Wenn ich Pasta frei Schnauze koche, mache ich immer wieder den gleichen Fehler: am Ende sind viel zu viele Zutaten in der Sauce, die nicht wirklich zusammenpassen. Irgendwo im Unterbewusstsein ist wohl immer noch dieser Reflex aus dem Anfang der Studienzeit zurückgeblieben, wo es standardmäßig "Pasta mit alles" gab (alles, sich im Kühlschrank noch auftreiben ließ). Und so passiert es mir eben jetzt auch noch, dass ich die Sauce mit zu vielen Zutaten "verfeinere", dass sie am Schluss einfach einem willkürlichem Mix aus allem Möglichem gleicht, nachdem ich folgende Gedanken hatte: etwas frische Zucchini ist noch im Kühlschrank, die halbe Paprika auch, oh ja Oliven hab ich auch noch, warum denn nicht mal ein paar Nüsse verwenden, Chili kommt immer reichlich rein wenn ich koche, die Petersilie muss weg, und Parmesan kommt sowieso oben drauf, und der Feta-Rest am besten auch noch  ....

Dabei sind doch die Pastausaucen mit einer ausgewählten Zutatenliste, die sich an einer Hand abzählen lässt, die Favoriten meiner Pastasauenklassiker geworden. Ich liebe die Penne All´Arrabbiata, sie sich durch pure Tomatensauce mit Chili auszeichnen. Oder von den Fettuccine Alfredo, deren Sauce lediglich aus Butter, Sahne und Parmesan besteht, war ich auch schwer beeindruckt. Und andere Leute schwören auf die Spaghetti Aglio e Olio - nur mit Öl und Knoblauch. Bei den oben genannten Rezepten ist neben qualitativ hochwertigen Zutaten noch eine bestimmte Zubereitungsart Erfolgsgeheimnis: die Tomatensauce lange genug kochen lassen (Arrabbiata), bzw. Sahne, Butter und Parmesan im Wasserbad schaumig schlagen (Alfredo) oder den Knoblauch langsam im Öl garen, sodass dieses den Knoblauchgeschmack annimmt (Aglio e Olio).



Beim hier vorgestellten Rezept gilt es nicht mal eine bestimmte Vorgehensweise zu beachten, genauer gesagt muss nicht mal eine Sauce gekocht werden. Man koche nur die Nudeln und nehme ein wenig Ricotta (gerne selbstgemacht), ein paar ausgewählte frischer Kräuter und ein paar Oliven, vermenge und würze das Ganze. Und heraus kommt DIE Sommerpasta 2013. Sehr einfach, was aber wie oben erläutert meiner Meinung nach speziell bei Pastasaucen vorteilhaft ist. Dazu frisch und leicht und hübsch. Inspiriert wurde ich hierbei in Donna Hay's "modern classics".


Pasta mit Ricotta und frischen Kräutern

pro Portion

100 g Pasta (am besten kurze wie Penne, Rigatoni etc.)
frische Kräuter nach Belieben (Petersilie, Basilikum, Schnittlauch)
75 g Ricotta
ein paar Oliven
1 TL Zitronensaft
frisch gemahlener Pfeffer
Fleur de Sel (oder normales Salz)

Die Pasta in Salzwasser gar kochen. Die Kräuter in der Zwischenzeit klein schneiden.
Die fertigen Nudeln abgießen und je 3/4 der Kräuter und des Ricottas untermengen, den Zitronensaft ebenfalls. Die Pasta auf einen Teller geben, die Oliven darauf verteilen und mit dem Rest der Kräuter und dem Ricotta garnieren. Mit frisch gemahlenem Pfeffer und Fleur de Sel würzen.

Samstag, 20. Juli 2013

Ricotta selbstgemacht

Früher hätte ich diese Aussage als reine Zeitverschwendung abgetan: Es lohnt sich, Dinge selbst herzustellen, die man eigentlich überall kaufen könnte. Eine Behauptung bzw. sogar vielmehr eine Einstellung, die sicherlich von einigen von euch (Foodbloggern) geteilt wird.  Hier meine ich das insbesondere in Bezug auf Essen, man kann die Aussage aber auch weitläufiger interpretieren.

Bei mir hat sich das Interesse am Selbermachen mit der Zeit eingeschlichen - einhergehend mit zunehmendem Interesse am Thema Kochen. Mir geht es nicht unbedingt darum, mich durch das Selbermachen von Produkten unabhängig von großen Lebensmittelproduzenten zu machen. Es ist viel mehr das Erfolgserlebnis und die Freude nach einem gelungenen Herstellungsprozess, und der Geschmack ist einfach auch immer besser, ob es nun an den nicht vorhandenen Zusatzstoffen oder an der Liebe bei der Zubereitung liegen mag.


Ein ganz schönes Beispiel für das oben beschriebene Szenario: selbstgemachter Ricotta. Rezepte gibt es ganz viele, auch auf sämtlichen Blogs. Letztendlich wird überall Vollmilch erhitzt, dann Säure (Zitronensaft) eingerührt, sodass die Milch gerinnt, und dann wird die Flüssigkeit abgegossen. In einigen Rezepten wird die Milch nicht ganz aufgekocht, sondern nur auf 80°C erhitzt. Da ich aber kein Thermometer besitze und das Ricottarezept von Dani ("Flowers on my plate") abgespeichert hatte, habe ich mich an ihre Vorgehensweise gehalten. Herausgekommen ist ein ganz unglaublich leckerer Ricotta (allerdings erst beim zweiten Versuch, ich hatte beim ersten Mal wohl zu wenig Zitronensaft genommen, und zu viel im Topf gerührt, nachdem ich diesen hinzugegeben hatte). Der Vollständigkeit halber noch die Anmerkung, dass richtiger Ricotta aus Molke hergestellt wird und nicht aus Milch, also hierbei handelt es sich korrekt ausgedrückt um "falschen Ricotta" :-).

Das gleiche Spiel wie beim Quarkblätterteig ... morgen zeige ich euch ein Rezept, wie ich den selbstgemachten Ricotta weiterverwendet habe.

Dienstag, 16. Juli 2013

Frühstück auf israelisch (& ein Exkurs über Zeitungen)

Ein kleiner Exkurs: Neulich bot sich mir in der S-Bahn ein schräges Bild. Da es relativ voll war, stand ich im Gang und blickte auf zwei vollbesetzte Viererabteile. Und ungelogen, dort saßen acht Leute die auf ihr Handy / Smartphone starrten, alle mit Stöpseln im Ohr. Und als dann auch noch zwei von ihnen zur genau gleichen Zeit mit der freien Hand ihren iPod herausholten, mit dem sie sich zur gleichen Zeit volldröhnten (also über ein zweiter Gerät, in der nicht freien Hand das iPhone), war ich amüsiert und erschreckt zugleich. Über unsere achso verkabelte und moderne Welt und ihre Folgen. Das war so ein Aha-Moment. Ich kann mich an den Anblick der auf allezeit auf ihr Handy starrenden Menschen einfach nicht so richtig gewöhnen. Und je länger ich das sehe, desto weniger will ich jemals ein Smartphone besitzen.

Wie es der Zufall will, zwei Stunden nachdem ich am vergangenen Sonntag diesen Text verfasste, eröffnete mir meine Mama, dass sie sich ein Smartphone zulegen wird. So sei es.

Wie ich darauf komme? Ich bevorzuge die guten, alten Zeitungen in Papierform zum Lesen. Auch gerne großformatig. Zum Beispiel liebe ich die Zeit. Aber auch im wahrsten Sinne des Wortes. Ich liebe es, Zeit zu haben, die Zeit gemütlich auf dem Balkon zu lesen. Obwohl es auch was hat, in der S-Bahn die DIN A0 Seiten dieser Zeitung beim Umblättern auseinanderzufalten - in Zukunft nach oben genannter Erfahrung noch demonstrativer.

An der Zeit mag ich neben dem Format auch das breite Inhaltsspektrum. Den ausschweifenden Schreibstil, der informative Artikel über Politik und internationale Beziehungen, Kultur, Gesellschaft untermalt (lediglich im Wirtschaftsteil finde ich den ein oder anderen Artikel, der meiner Meinung klar widerspricht). Das Zeit-Magazin mag ich übrigens auch. Dazu gehört das Sommerrätsel. Aber auch die Rezeptseite. Womit wir beim eigentlichen Thema angekommen wären: Vor ein paar Wochen wurde in diesem Rahmen Shakshuka vorgestellt, ein israelisches Frühstücksrezept bestehend aus Paprika und Zwiebeln, die mit Tomaten zu einer Sauce gekocht werden. Darüber kann man dann ein Ei geben und auch noch andere Zutaten (ich hab mich für Feta entschieden). Gewürzt wird mit Kreuzkümmel, Oregano und Lorbeerblättern. Das lässt das Ganze etwas orientalisch schmecken.


Sehr, sehr fein als deftiges Frühstück. Oder auch zu jeder anderen Tageszeit, falls die deftige Komponente dem ein oder anderen für den Morgen suspekt ist. Bei mir war's ein zweites Frühstück nach der Joggingrunde.

Auf dem Charlottenblog (und bei anderen Bloggern, wie ich dort erfahren habe), gab's Shakshuka ebenfalls schon, mitunter durch die selbe Quelle inspiriert. Das hat mich umso mehr motiviert, das Ganze eher früher als später nachzukochen. Und daraus ergibt sich auch, dass das Gericht Potential hat, die Runde durch viele Blogs zu machen, was wünschenswert wäre! 

Samstag, 13. Juli 2013

Parmigiana di melanzane - italienischer Auberginenauflauf

Was sind das doch für schöne Sommertage im Moment .... ich hoffe, bei euch auch! Da darf das passende Essen nicht fehlen. Bei mir gab's heute einen italienischen Klassiker, der sich weder Pasta noch Pizza nennt: Parmigiana di melanzane. Ein Schichtauflauf aus Auberginen, Mozzarella und Tomatensauce. Italienischer Klassiker ist Gütesiegel genug, oder? Da brauch ich gar nicht mehr viel weiterloben. Das Essen ist so schön sommerlich, dazu sollte es fast schon eine Draussen-Essens-Pflicht geben ;-)

Nachdem ich nun schnell das Rezept mit meinen Mengenverhältnissen brav notiert habe, dass ich mein Vorgehen auch beim nächsten Kochen noch rekapitulieren kann, werde ich nun auch gar nicht mehr viel schreiben, sondern mich für den Rest des Abends wieder auf meinen Balkon begeben. Das Rezept findet ihr aber unten:


Parmigiana di melanzane

für 4 Portionen

für die Auberginen:
800 g Auberginen (entspricht 2 großen Auberginen, 3-4 kleinen)
3 EL (Oliven-)Öl
Salz
Pfeffer

für die Sauce:
800 g stückige Tomaten (aus der Dose oder alternativ 1 kg frische. Werden frische genommen, diese waschen, einer Minute in kochendem Wasser lassen und anschliessend häuten. Dann den Strunk herausschneiden und die Tomaten würfeln)
1 große Zwiebel
2 Zehen Knoblauch
1 EL (Oliven-)Öl
ein paar Blätter frisches Basilikum (+ evtl. noch etwas mehr zum Garnieren)
Salz
Pfeffer
Zucker

sonstige Zutaten:
300 g Mozzarella
60 g Parmesan
evtl.Brot zum Servieren

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Auberginen waschen, den Stiel entfernen und längs in ca. 7 mm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben von beiden Seiten mit Salz bestreuen, 20 Minuten ziehen lassen. Das dadurch absorbierte Wasser mit einem Küchentuch abtupfen. Die Auberginenscheiben nun (ebenfalls von beiden Seiten) mit etwas Öl bepinseln. 
Diese im Anschluss auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen un im Ofen 15 Minuten backen.

Während die Auberginen ruhen bzw. backen, können parallel die anderen Zutaten präpariert werden: Für die Tomatensauce Knoblauch und Zwiebel waschen, schälen und klein schneiden. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die zerkleinerten Zutaten darin 5 Minuten bei mittlerer Hitze anbraten (zunächst nur die Zwiebeln, kurz Minuten später auch den Knoblauch). Die Tomaten hinzugeben und bei niedriger bis mittlerer Hitze 20 Minuten köcheln lassen. Das Basilikum klein hacken und hinzufügen und die Sauce mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken.

Den Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und den Parmesan hobeln.

Die Backofentemperatur auf 225º C (Ober- und Unterhitze) erhöhen, wenn die Auberginen fertig vorgebacken sind.

Nun können die Zutaten in eine Auflaufform geschichtet werden: Eine erste Schicht Auberginen auf den Boden einer feuerfesten Form legen. Dann mit Mozzarellascheiben belegen und anschliessend einen Teil der Tomatensauce darüber geben. Auberginen, Mozzarella und Tomatensauce in der gleichen Reihenfolge weiter schichten, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Zum Schluss mit dem Parmesan bestreuen.

Alles ca. 15-20 Minuten im Ofen überbacken bis der Käse geschmolzen (und bevor er verbrannt) ist. Vor dem Servieren nach Belieben mit frischem Basilikum garnieren und den Auflauf zusammen mit dem Brot reichen.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Hüttenkäse-Kekse

Bei meiner Umfrage hatte sich jemand "was mit Hüttenkäse" auf meinem Blog gewünscht. Euer Wunsch sei mir Befehl - voilà. So kann ich sagen, diese Kreation hier nicht nur im Eigeninteresse zubereitet zu haben. Aber zu einem beträchtlichen Teil schon ... denn wie der ein oder andere sicher schon ein paar Mal gelesen hat, ist Hüttenkäse bei mir sehr angesagt, als fettarmer und leckerer Eiweisslieferant. So werden regelmäßig (= wöchentlich regelmäßig) Salate mit ihm garniert oder er dient als Brotaufstrich.


Hier mal eine kreative Verwendungsmöglichkeit, die ich per Zufall entdeckt habe: Kekse aus Hüttenkäse. Was ist nicht alles gibt ... interessant, oder?

Die Kekse sind übrigens kinderleicht gemacht, und das aus nur vier Zutaten (wobei ich Salz, Pfeffer und Wasser nicht mitzähle). Das Rezept gibt´s hier bei chefkoch. Ich habe 12 Kekse gebacken, und damit sie am Schluss schön rund sind, habe ich einen runden Plätzchenausstecher zu Hilfe genommen. In diesen habe ich je 1/12 des Teiges gefüllt, und dann vorsichtig die Form weggenommen.


Da es bei mir Freitag Abend war, als es die Kekse gab, fand ich ein Feierabendbier ganz passend. Nicht dass es bei mir jeden (Freitag) Abend Alkohol gäbe - nein, sicher nicht! Und wenn überhaupt mal, greife ich eher zu einem Glas Wein. Das ist aber für sportliche Leistung kontraproduktiv. Alkohol allgemein eigentlich. Sodass ich viel mehr aufpassen muss, dieses Bier hier mal zu trinken, bevor es abläuft ;-)


Und etwas Salat gehört auch immer zu einer Mahlzeit dazu:


Montag, 8. Juli 2013

Der weiterverarbeitete Quarkblätterteig: Taschen mit Gemüsefüllung

In einer normalen Alltagswoche koche ich ja nur am Wochenende ein Mal, dafür dann aber gerne richtig ausgiebig. Diese Kochaktion ist dann was Besonderes und meist von langer Hand geplant, sprich ich mache mir schon unter Woche viele Gedanken, was ich denn nun Schönes kochen will.


Besonders ausgeprägt waren meine Gedankengänge in Bezug auf die Füllung der geplanten Quarkblätterteigtaschen. Da hab ich doch wirklich während einer Joggingrunde eine halbe Stunde alle möglichen Füllungen im Geiste durchgespielt. Um nach einigen Ausschweifungen letztendlich aber doch bei einer soliden Kombination bestehend aus Paprika, Champignons, Chili und würzigem Bergkäse zu bleiben. 
Die Füllung hat sich gleich beim ersten Kochen bewährt, allerdings war die Menge etwas zu viel für die Teigtaschen. Beim zweiten Versuch habe ich die Mengenverhältnisse auch noch aufeinander abgestimmt - mit folgendem Ergebnis:


Quarkblätterteigtaschen mit Gemüsefüllung

für 2 Portionen (4 Taschen)

1/2 Paprika (bei mir gelb) 
100 g Champignons
1 Chilischote (optional)
1 EL Olivenöl
50 g Appenzeller
Salz 
Pfeffer
1 Ei

Den Quarkblätterteig nach Anleitung herstellen. Während der Blätterteig im Gefrierfach ruht, kann mit der Vorbereitung des Gemüses begonnen werden. Die Paprika waschen, längs in feine Streifen und dann quer zu kleinen Würfeln schneiden. Die Champignons waschen und achteln. Die Chilischote waschen, nach Belieben (für weniger Schärfe) entkernen oder auch ganz weglassen. In einer Pfanne das Öl erhitzen und das ganze Gemüse darin ca. 8 Minuten bei mittlerer Temperatur anbraten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Käse reiben. 
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Den Blätterteig zu einem Rechteck mit 18 x 36 cm ausrollen. Das Ei trennen und den ausgerollten Teig mit dem Eiweiss bepinseln. Anschließend quer in 4 Stücke schneiden. Auf jedem der vier Stücke auf je einer Hälfte der Fläche das gebratene Gemüse verteilen (nicht bis ganz zum Rand, damit die Taschen noch ordentlich geschlossen werden können. Dann je 1/4 des Käses darüberstreuen. Nun die Teigstücke zu Taschen zusammenklappen. Den Rand mit den Zacken einer Gabel eindrücken. Oben mehrmals mit einer Gabel einstechen. Und zum Schluss noch mit dem Eigelb bepinseln. Alles im Ofen ca. 25-30 Minuten backen (das Gebäck im Auge behalten und schon vorher aus dem Ofen holen, falls es bereits zu dunkel ist).


Und um daraus eine komplette Mahlzeit zu machen, habe ich die Teigtaschen mit frischem Spinat und Avocadoscheiben (siehe oben)  und einem Quarkdipp (siehe unten) serviert. Für den Dipp habe ich je 50 g Joghurt und Magerquark pro Person mit etwas gehacktem Schnittlauch vermengt und das ganze mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Sonntag, 7. Juli 2013

Quarkblätterteig

Dieses Rezept habe ich mir vor Jahren aus einem Kochbuch abgeschrieben. Der erste Grund, der mich dazu bewegt hat, war, dass ich den Geschmack von Quark wirklich sehr gerne mag. Und zum anderen handelt es sich um ein Rezept für Blätterteig fast ohne Butter, also eine ganz natürliche Light-Variante. Das klingt doch gut!

Nun habe ich ihn jüngst zwei Mal gemacht, mit dem Ergebnis, dass ich geschmacklich absolut überzeugt bin. Das Ausrollen des Teiges kostet etwas mehr Kraft als z.B. bei Hefeteig, aber es geht trotzdem. Lediglich die "Blätter"-Komponente des Teiges müsste man meiner Meinung nach in Klammern setzen, da dieser hier im Gegensatz zu richtigem Blätterteig nicht so wirklich blättrig wird (durch die fehlende Butter erklärbar). Das stört mich in diesem Fall aber wenig, und der Quark-"Blätter-"teig hat einen festen Platz in meiner Liste für Grundrezepte.

Wie ich diesen weiterverarbeitet habe, zeige ich euch dann morgen.


Quarkblätterteig

125 g Mehl
½ TL Salz
12 g Butter
125 g Magerquark

Mehl und Salz in eine große Schüssel geben. Den Quark und die kalte Butter in Stückchen darauf verteilen. Nun alle Zutaten mit den Händen zu einem Teig verkneten (es macht nichts, wenn die Masse zu Beginn noch nicht ganz homogen ist, da alles noch ein paar Mal aus- und zusammengerollt wird).
Nun den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und dreifach zusammenklappen (siehe Bild). Den Vorgang wiederholen (diesmal längs ausrollen). Im Anschluss den Teig für ca. 10 Minuten ins Tiefkühlfach legen. Den Ausrollvorgang wiederholen. Dann kann der Teig wie Blätterteig weiterverarbeitet werden.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Puddingtest: Herd contra Ofen

Wie ich Vanillepudding und Schokoladenpudding selbst herstelle, habe ich bereits hier und hier gezeigt. Dabei handelt es sich um Pudding, wie er zumindest nach deutschem Muster klassisch unter Zuhilfenahme einer Herdplatte hergestellt wird. Das Vorgehen lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Milch zum Kochen bringen, dann ein in etwas Milch gelöstes Stärke-Zucker-Gemisch unter die kochende Milch rühren und den fertigen Pudding in Schälchen füllen.

Nun kann man Pudding alternativ auch im Ofen backen. Zum Beispiel die Franzosen machen es so: die Petits pots de crème au chocolat et à la vanille, die ich bei La Tartine Gourmande gesichtet habe, sind ein Beweis dafür. Zunächst habe ich mir das Rezept für die petits pots de crème "nur" als eine Form eines hübschen, kleinen Desserts à la française abgespeichert. Etwas später ist mir klar geworden, dass es sich dabei auch um das Pendant im Ofen zu meinem Herd-Pudding handelt. Sogar genau in der Vanille- und Schokovariante. 

Die beiden wichtigen Unterschiede sind wie folgt: Bei der Herstellung im Ofen wird die Mischung langsam (oft im Wasserbad) gebacken. Dadurch dass das Ganze nicht zum Kochen gebracht wird, kann als Bindemittel anstatt der Stärke auch Eigelb verwendet werden.

Es ist also Zeit, die beiden Herstellungsmöglichkeiten mal genauer unter die Lupe zu nehmen und diese einem Vergleich zu unterziehen:


Kriterium 1: Geschmack
Um einen guten Vergleich zu haben, habe ich ganz zeitnah beide Versionen erneut getestet. Mit dem Ergebnis, dass ich einen Unterschied schmecke und die Ofen-Variante etwas feiner finde. Feiner, zarter, milder sind die Adjektive, mit denen ich den Unterschied am besten beschreiben kann. Ob es nun an der schonenden Garung im Ofen oder am Unterschied Eigelb / Stärke liegt oder an beidem, kann ich aber nicht genau zuordnen.


Kriterium 2: Aufwand
Der Punkt geht eindeutig an die Herdvariante - die geht bedeutend schneller. Im Ofen wird eben auf schonende Art langsam gebacken, nicht gekocht. Das dauert länger. Zudem machen auch die Arbeitsschritte des Trennens der Eier, Schlagen des Eigelbs und Befüllen des Wasserbades ein wenig mehr Aufwand.


3. Sonstige Kriterien
Es bleibt noch zu sagen, dass die Herstellung der Ofenvariante mit Eigelb anstatt Stärke glutenfrei ist. Andererseits könnte man die herkömmliche Milch durch eine vegane Alternative ersetzen, und so auf dem Herd veganen Pudding herstellen - mit Eigelb nicht möglich.


Fazit:
Der Geschmack ist ausschlaggebend, aus diesem Grund werde ich von nun an meinen Pudding bevorzugt im Wasserbad im Ofen backen, nach dem oben verlinkten Rezept von La Tartine Gourmande. Besonders die Schokoladenvariante hat es mir angetan (und diese wird auch noch besser fest als die Vanillepuddings). All das macht den Pudding auf herkömmliche Art hergestellt aber nicht schlechter, es relativiert lediglich ;-)

Übrigens habe ich in der Vergangenheit bereits zwei andere Sorten Pudding (im Ofen) hergestellt, die beide auch entzückend schmecken und etwas exotischer klingen: